• Wildbiene des Monats:Oktober 2016

    Efeu-Sandbiene
    Colletes hederae

  • Aussehen

    Die Efeu-Seidenbiene ist etwa einen Zentimeter lang  und durch ihre durchgehenden und hell gezeichneten Hinterleibsbinden und den oval zulaufenden Hinterleib gut zu erkennen. Um diese Jahreszeit fliegen an Efeu keine anderen ähnlich aussehenden Bienenarten mehr.

  • Schutz und Förderung

    Die Efeu-Seidenbiene ist nicht unmittelbar bedroht und kann vor allem durch Efeu-Bewuchs an Mauern und Bäumen sowie durch entsprechende Nistgelegenheiten wie Lößwände und Steilabbrüche gefördert werden.

Bild: Gerd Reder, Flörsheim-Dalsheim

  • Vorkommen

    Die Efeu-Seidenbiene wurde erst 1993 für die Wissenschaft als neu erkannt und aus Kroatien beschrieben. Zuvor wurde sie mit anderen, ähnlichen Arten vermengt. Kurze Zeit später wurde die Art auch in Südwestdeutschland erstmalig nachgewiesen, damals noch in Einzelexemplaren. Doch schon wenige Jahre später konnten in Rheinland-Pfalz sehr individuenreiche Vorkommen entdeckt werden, die vermutlich auf eine Expansion zurückgehen. Seither breitet sich die Art in Mitteleuropa unaufhörlich aus und besiedelt inzwischen weite Teile von Süd- und Westdeutschland sowie der Schweiz. Auch südlich der Alpen ist die Art inzwischen sehr weit verbreitet und immer noch stark expansiv. Ihre Ausbreitung dürfte durch den Klimawandel bedingt sein.

  • Lebensweise

    Die Efeu-Seidenbiene legt ihre Nester in Hangkanten an, bevorzugt in Löß. Doch sie nistet auch in ebenen Stellen mit offenen Sandböden, wenn diese sonnenbeschienen sind. Diese Wildbienenart ist fast ausschließlich auf Efeu als Pollenquelle angewiesen. Sehr selten findet man sie auch auf verschiedenen Korbblütlern. Sie erscheint erst im Spätsommer und fliegt vor allem im September und in warmen Jahren bis in den Oktober hinein. Sie ist damit eine unserer spätesten Wildbienenarten. Die Efeu-Seidenbiene bildet an geeigneten Stellen manchmal extrem große Nestaggregationen aus, die mehrere Tausend Nester umfassen können. Niststellen in Lößsteilwänden zum Beispiel in Süddeutschland wirken manchmal wie durchlöchert, und die Bienen schwärmen vor den Nestern wie Honigbienen vor ihrem Bienenstock. Allerdings lebt die Efeu-Seidenbiene solitär und bildet keine Kolonien wie die Honigbiene. 

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