Die Bedeutung von Eh da-Flächen lässt sich gut am Beispiel der Bienen beschreiben. Bienen können in vielerlei Hinsicht als repräsentative Tiere der Agrarlandschaft betrachtet werden: in Bezug auf die Vielfalt ihrer Lebensraumansprüche, hinsichtlich des Rückgangs vieler Arten sowie ihrer Bedeutung nicht zuletzt für den Menschen. Sie sind eben nicht nur schöne und reizvolle Tiere, für die sich der Naturschutz interessiert, sondern sie bieten dem Menschen auch eine Fülle von "ökologischen Dienstleistungen". Honig oder Wachs, beliebte Erzeugnisse der Honigbiene, kennt jeder. Aber nicht jeder weiß um die Bedeutung der vielen in der Kulturlandschaft lebenden Wildbienenarten für die Blütenbestäubung. Der Erhalt ihrer Lebensräume ist die Grundlage für ihren Schutz, und hier schließt sich der Kreis zur Bedeutung der Eh da-Flächen.

Alleine in Deutschland gibt es über 560 Wildbienenarten.
Einige davon können Sie hier näher kennenlernen...

Zaunrüben-Sandbiene (Andrena florea)

Wildbiene des Monats:
Juni 2017

Kurzbeschreibung:
Die Zaunrüben-Sandbiene ist eine sehr auffällige, etwa honigbienengroße Wildbienenart, die in Verbindung mit ihrer einzigen Pollenpflanze, der Zaunrübe, im Gelände eindeutig identifiziert werden kann. Sie ist fällt durch ihren schlanken Körperbau und den teilweise rot gefärbten Hinterleib besonders auf.

Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes)

Wildbiene des Monats:
Mai 2017

Kurzbeschreibung:
Die Frühlings-Pelzbiene ist eine etwa 13 Millimeter lange graubraune und pelzig behaarte Wildbienenart. Die Männchen zeichnen sich durch ein gelb gefärbtes Gesicht und lange Fransen an den Mittelbeinen aus, während die Weibchen ein dunkles Gesicht haben. Die Art wirkt sehr gedrungen und kompakt.

Weiden-Sandbiene (Andrena vaga)

Wildbiene des Monats:
April 2017

Kurzbeschreibung:
Die Weidensandbiene ist eine etwa 12 Millimeter lange schwarze Biene mit auffällig silbergrauer Brustbehaarung. Die Art wirkt dadurch sehr plump. Die Männchen besitzen lange, sichelförmige Oberkiefer. Sie kommt vor allem in Pionierstandorten wie Kiesgruben, Hochwasserdeichen, Sandgruben und in ähnlichen Lebensräumen vor, wo sie in offenen Bodenstellen nistet.

Wiesen-Wespenbiene (Nomada marshamella)

Vorkommen:
Die Wiesen-Wespenbiene ist in ganz Deutschland verbreitet und stellenweise häufig.

Lebensweise:
Die Art lebt als Brutparasit bei verschiedenen Sandbienen-Arten. Dazu dringt die Biene in die Wirtsnester ein und legt ein Ei dazu. Die Wespenbienen-Larve entwickelt sich schneller als die Wirtslarve und ernährt sich von deren Vorräten.

Förderung durch Eh da:
Die Wespenbiene wird durch verschiedene Eh da-Maßnahmen gefördert, vor allem durch die Anlage und Pflege offener und trockenwarmer Lebensräume wie Brachen, Wegböschungen oder Bahndämme.

Steinkraut-Sandbiene (Andrena tscheki)

Vorkommen:
Die Steinkraut-Sandbiene kommt nur noch in Südwestdeutschland vor. Sie ist eine Art der historischen Weinbergslandschaft und findet sich vor allem in alten Mauerweinbergen und angrenzenden Gärten. Sie benötigt trockenwarme und offene Lebensräume.

Lebensweise:
Die Art nistet in selbstgegrabenen Höhlen im Erdboden. Sie sammelt Pollen ausschließlich an Kreuzblütlern. Hier nutzt sie eine weite Spanne von Pflanzen wie Hirtentäschelkraut, Blaukissen oder Ackersenf. Die Art erscheint im Frühling und fliegt bis Mai.

Förderung durch Eh da:
Die Steinkraut-Sandbiene kann durch das Offenhalten alter Mauerweinberge, die Anlage von Trockenmauern an Wegrändern sowie die Anlage von Böschungen und Säumen mit einer reichen Blühpflanzenvegetation gefördert werden. Ihre Nahrungspflanzen wachsen vor allem auf offenen Bodenstellen, die jährlich neu angelegt werden müssen.

Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva)

Vorkommen:
Die Fuchsrote Sandbiene ist in ganz Deutschland verbreitet und stellenweise recht häufig. Sie kann im zeitigen Frühjahr bis Mai auch in Gärten sowie auf Brachen und auf Obstbaumwiesen beobachtet werden. Sie ist eine typische Besiedlerin von Eh da-Flächen im Siedlungsbereich.

Lebensweise:
Die Art nistet in selbstgegrabenen Höhlen im Erdboden. Sie sammelt Pollen an sehr vielen Pflanzen, vor allem jedoch an Obstbäumen oder Gartensträuchern wie Johannisbeere.

Förderung durch Eh da:
Die Fuchsrote Sandbiene wird durch die Anlage verschiedener Biotope gefördert. Sie benötigt vor allem ein reiches Blütenangebot im Frühjahr an Büschen und Bäumen sowie kleinflächige offene Bodenstellen, wo sie ihre Nester anlegen kann.

Rote Mauerbiene (Osmia bicornis)

Vorkommen:
Die Rote Mauerbiene ist eine sehr häufige Art, die in ganz Deutschland verbreitet ist. Sie fliegt im Frühjahr bis in den Juni hinein.

Lebensweise:
Die Rote Mauerbiene nistet in oberirdischen Hohlräumen und ist hier wenig wählerisch. In Insektenhotels ist sie im Frühling eine der häufigsten Arten und besiedelt vor allem größere Bohrungen mit einem Durchmesser von 7-9 Millimetern. Natürlicherweise nutzt sie Totholz, Mauerspalten und ähnliche Strukturen. Häufig bildet die völlig harmlose Art in Gartenmauern oder Steilwänden sehr große Kolonien aus, was oftmals zu besorgten Fragen beunruhigter Gartenbesitzer bei den zuständigen Behörden führt. Auch hinsichtlich ihrer Pollenquellen ist die Art nicht spezialisiert und nutzt eine weite Spanne an Lebensräumen. Sie wird stellenweise gezielt gezüchtet und zur Befruchtung von Apfelbäumen eingesetzt.

Förderung durch Eh da:
Die Rote Mauerbiene profitiert vor allem von der Anlage von Nisthilfen und Niststrukturen wie Totholz, Trockenmauern und ähnlichen Strukturen. Außerdem benötigt sie ein reichliches Blütenangebot vor allem im Frühjahr.

Weißfleckige Wollbiene (Anthidium punctatum)

Vorkommen:
Die Weißfleckige Wollbiene kommt in ganz Deutschland vor, ist in der nördlichen Landeshälfte jedoch sehr selten. Sie besiedelt reich strukturierte offene und trockenwarme Lebensräume und leidet stark unter den starken Veränderungen in der Kulturlandschaft.

Lebensweise:
Die Art nutzt den Pollen verschiedener Pflanzenarten und legt ihre Nester in Hohlräumen im Boden, in Steinritzen oder in Mauerspalten an. Ihre Nester kleidet sie mit Pflanzenwolle zum Beispiel von Ziest-Arten aus.

Förderung durch Eh da:
Die Weißfleckige Wollbiene kann vor allem durch die Anlage und Pflege großflächiger Lebensräume wie Bahndämme, größere Straßenböschungen, Abraumhalden und ähnlicher Biotope gefördert werden.

Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)

Vorkommen:
Die Gelbbindige Furchenbiene kommt vor allem in der südlichen Hälfte von Deutschland vor und breitet sich derzeit nach Norden aus. Sie benötigt trockenwarme und offene Lebensräume und findet sich hier in einer Vielzahl von Habitaten. Dabei besiedelt sie auch typische Eh da-Flächen.

Lebensweise:
Diese Furchenbiene nistet in selbstgegrabenen Höhlen im Erdboden. Sie sammelt Pollen an einer Vielzahl von Pflanzen und ist während der gesamten Vegetationsperiode aktiv. Im Sommer findet man sie häufig an Disteln.

Förderung durch Eh da:
Die Gelbbindige Furchenbiene wird durch viele Eh da-Maßnahmen gefördert. Sie benötigt hier vor allem Brachen, Wegsäume und andere reich strukturierte Lebensräume, in denen ein reiches Blütenangebot besteht.

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